Reisetagebuch: Mit Familie auf den Philippinen

Reisetagebuch: Mit Familie auf den Philippinen. Mit Kindern, mit Scootern, mit Regen, mit unerwarteten Autoabenteuern im Schlamm und mit dem Gefühl, dass hier jeder Tag eine neue Überraschung bereithält. Keine perfekte Reise. Kein Instagram-Paradies. Aber ehrlich. Und lebendig.



Familienreise durch die Philippinen: Hier finden Sie die einzelnen Etappen unserer Reise.

Von den nächtlichen Flügen über Jakarta nach Manila, über die bunten Märkte von Cebu, die Wasserfälle von Siquijor, die Schokoladenhügel von Bohol bis hin zum Surferparadies Siargao – wir haben jede Insel mit ihren Eigenheiten, ihren Herausforderungen und ihren kleinen magischen Momenten entdeckt. Und ja: Manchmal hat das Wetter nicht mitgespielt. Manchmal waren wir müde. Manchmal haben wir uns verfahren. Aber immer haben uns die Filipinos mit ihrem Lächeln und ihrer Hilfsbereitschaft getragen – und das macht diesen Archipel zu etwas ganz Besonderem.

Unser Reisetagebuch – mit allen Höhen, Tiefen und Zwischenstopps. Für alle, die wissen wollen, wie es wirklich ist, mit Kindern durch die Philippinen zu reisen. Ohne Filter. Mit Herz. Und mit einem Hauch von Abenteuerlust.

Los geht’s!

Nicoles Brun  Travelagent webook.ch

Nicole Brun Travelagent webook.ch

Nicole Brun hat im Rahmen ihrer einjährigen Asienreise mit ihrer Familie eine weitere Etappe erkundet und teilt uns nun ihre Eindrücke und Erfahrungen. Tel: 058 520 02 50


Die Anreise auf die Philippinen

Nach einer wahnsinnig tollen Zeit in Indonesien geht unsere Reise weiter in die Philippinen. Mitten in der Nacht um 01:20 Uhr fliegen wir mit der Philippine Airlines von Jakarta nach Manila. Eine kleine Herausforderung mit Kindern, vor allem wenn eines davon normalerweise spätestens um 21:00 Uhr freiwillig im Bett liegt. Sogar unsere Nachteule hat gegen Ende mit dem Wachsein zu kämpfen. Dafür schlafen die Kids ruck zuck ein im Flieger, die PAL erweist sich aber auch als sehr bequem. Zu unserem grossen Erstaunen wird um ca. 01.30 Uhr noch ein richtig dickes Znacht aufgefahren, auf das wir jedoch dankend verzichten.

Bei Ankunft in Manila treffen wir auf eine sehr gut gelaunte und sympatische Beamte, die uns die Einreise absolut angenehm gestaltet. Da wir direkt weiter nach Cebu fliegen, müssen wir unser Gepäck am Gepäckband abholen und nochmals dem Sicherheitscheck unterziehen. Dann gehts mit dem PAL Bus aus dem Flughafen raus und rüber zum Domestic Terminal. Dieses ist mehr als voll und das Angebot von gutem (und sehr benötigtem) Kaffee hält sich in Grenzen. Dafür findet der Flug pünktlich statt und wir kommen gegen Mittag endlich in unserer Unterkunft in Cebu City an. Der Tag ist nach einem Happen zu essen für uns praktisch gelaufen und wir schlafen das erste (und bisher einzige) Mal bis 10.00 Uhr aus am nächsten Morgen.

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Unsere erste Station auf den Philippinen war Cebu

Cebu City empfinden wir nicht unbedingt als sehenswert, wir verbringen aber 3 Tage da, um gleich zu Beginn unseres Aufenthalts die Visa-Dauer zu verlängern. Ein Riesenvorteil gegenüber Indonesien, denn hier kann das Visum gleich zum Aufenthaltsbeginn verlängert werden. Das Ganze klappt relativ reibungslos im Immigration Office in der örtlichen Mall und ermöglicht uns eine Reise durch die Philippinen ohne die ständigen Hintergedanken der Visa-Verlängerung.


Wir besuchen den Temple of Leah und essen uns durch die Empfehlungen des Hosts. Mit dem Ceres-Bus fahren wir mal wieder richtig im Backpacker-Stil von Cebu nach Carcar, wo wir ein paar Nächte auf der Sundaze Farm verbringen. Trotz Hauptstrasse in der Nähe ein ruhiger Ort mitten im Grünen mit einem hübschen Pool und schöner Aussenanlage. Wir besuchen die Mantayupan Wasserfälle, die aber aufgrund der zurückliegenden Stürme nur teilweise besucht werden können, gönnen uns eine Massage und geniessen das einfache Leben.

Das lokale Busnetz ist bestens ausgebaut und die Busse gut klimatisiert und bequem, deshalb fahren wir auch mit dem Bus weiter nach Moalboal. Unsere Unterkunft befindet sich ausserhalb des Ortszentrums, weshalb wir 2 Scooter mieten, um mobil zu sein. Wir schwimmen mit den Sardinenschwärmen am Panagsama Beach, essen superleckeres Brot und Croissants in der französischen Bäckerei, die sehr zur Freude der Kinder auch Munz Schokolade und Ramseier Apfelsaft verkauft. Das Wetter macht leider nicht ganz mit, darum verbringen wir mehr Zeit in der Unterkunft als geplant, aber die Kinder freut’s, denn die 4 «Wachhunde» im Garten haben sie im Handumdrehen ins Herz geschlossen. Entsprechend schwer fällt den Kindern der Abschied, als wir unsere letzte Station auf Cebu anpeilen. Der Bus fährt uns nach Bato, von da aus gehts nach Liloan / Santander, in ein Häuschen direkt am Strand. Das kleine Paradies gefällt mir besonders gut, der offene Wohnbereich und die Küche bieten aber auch einen fantastischen Ausblick übers Meer. Baden ist im seichten und sehr warmen Wasser, in dem es von Seeigeln und Würmern (iiiik) wimmelt, eher uncool, dafür fahren wir ein paarmal mit den Kayaks raus.

Auch Oslob statten wir einen Besuch ab, bewusst verzichten wir aber darauf dort eine Walhai-Tour zu machen, die Tiere werden dort angefüttert, von der riesen Anzahl Touristen bedrängt. Deshalb sind die Touren ökologisch absolut nicht vertretbar. Das Dorf selbst ist aber noch ganz hübsch und in der Vorweihnachtszeit sowie kurz vor dem Bonifazius-Tag farbig dekoriert. Am letzten Abend auf der Insel besuchen wir noch ein Basketballspiel, welches direkt neben dem besuchten Restaurant stattfindet, und finden uns plötzlich im typischen Leben der Filipinos wieder.

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Die Insel Siquijor, die vielerorts als «nächstes Bali» bezeichnet wird

Mit der frühen Fähre geht’s am nächsten Morgen auf die kleine Insel Siquijor rüber, die vielerorts als «nächstes Bali» bezeichnet wird. Die ersten Nächte verbringen wir im Nakabalo Guesthouse in erhöhter Lage mit einer grandiosen Aussicht. Obwohl auch hier das Wetter nicht immer optimal ist, mieten wir uns Scooter und erkundigen die Insel. Besonders gefallen haben uns die verschiedenen Wasserfälle und Strände. Wir haben uns mehr auf die Highlights unter Wasser konzentriert, es gibt aber praktisch überall die aus den Insta-Videos bekannten Filippino-Guides, die sich für das Ferienfoto vom Touri ins Zeug legen. Ob Bootstransfer zur Plattform, Anweisung per Megafon und Vorzeigen oder Drohne – nichts in den Filippinos zu schade für das perfekte Foto. Und für uns ist das Ganze auch sehr amüsant mit anzusehen. Besondres cool war der Ausflug in die Cabugsayan Falls, wo wir alle mit dem Rope in den Wasserfall gesprungen sind. Nach ein paar Tagen wechseln wir die Unterkunft und verbringen noch einige Nächte direkt am Strand in einem kleinen Guesthouse unter deutscher Leitung.

Direkt nach Ankunft werden wir zur Geburtstagsfeier der Bardame mit eingeladen und so beginnt ein erster Tag am neuen Ort mit lokalen Leckereien und viel Rum. Da es den ganzen Tag / Abend regnet, fangen wir uns eine fiese Grippe ein. Durch Fieber und üblen Kopfschmerzen fällt der geplante Schnorchelausflug ins Wasser, aber auch sonst wäre dieser ziemlich schwierig gewesen, denn private Boote und der Fährbetrieb werden von Freitag bis Samstagnachmittag aufgrund Unwetter komplett eingestellt. Der Himmel über uns ist zwar strahlend blau und das Meer spiegelglatt, aber die Philippinen haben immer wieder mit den Auswirkungen starker Stürme zu kämpfen, daher ist die Regierung entsprechend vorsichtig. Glücklicherweise werden die Verbote und Einschränkungen am Samstag im Verlauf des Nachmittags aufgehoben, so steht unserer Weiterreise nach Bohol am nächsten Tag nichts im Wege.

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Panglao und Bohol: Ausflüge und Schnorcheln am Napaling-Riff

Mit dem Tuk-Tuk gehts zum Fährhafen in Siquijor, dort staunen wir über den Aufwand, der hier betrieben werden muss, um eine Fähre zu boarden. Die Sicherheitskontrollen stehen denen am Flughafen in Nichts nach. Zudem drücken wir hier und da immer noch etwas Geld ab (Fährgebühren, Sitzplätze, vorgeschriebene Gepäckabgabe…). Die Fähre hat über eine Stunde Verspätung, weshalb es bereits dunkel ist, als wir endlich in unserem AirBnB auf Panglao ankommen. Da wir noch immer etwas unter der Grippe leiden, gibt’s ein schnelles Abendessen beim Hotel um die Ecke und danach geht’s ab ins Bett. Wir nutzen die Zeit auf Panglao wieder vermehrt für Schultage, machen Ausflüge mit dem gemieteten Scooter, schnorcheln am Napaling Riff (was erstaunlich schön ist) und geniessen die Strand und Poolanlage eines Strandhotels mit einen Tageseintritt. Trotz Sintflutartigem Regen schaffen wir es auch ins beliebteste Koreanische Restaurant der Insel, wo man sich entweder vorab auf einer Liste eintragen oder bei Ankunft draussen Schlange stehen muss, um einen Tisch zu ergattern.

Nach einer knappen Woche tauschen wir die Scooter gegen einen Mietwagen ein, denn es gilt 85Km in den Osten Bohols zu überwinden. Den Mietwagenanbieter haben wir bei einer Google Suche gefunden und online angefragt. Die Rückmeldung auf unsere Buchungsanfrage war ein schlichtes „OK“ per Email, daher war ich umso überraschter, dass der Mietwagen blitzblank und aufgetankt für uns bereit stand. Kaum aus Tagbilaran raus ändert sich die Umgebung stark. Vorbei ist es mit Restaurants, Cafés und Supermärkten, übrig bleiben einfache Wohnhäuser und beinahe winzige Lädelis, wo man das nötigste einkaufen kann. Unser AirBnB liegt etwas ausserhalb von Guindulman und verfügt über einen riesigen Garten und eigenem Strandabschnitt. Beim Schnorcheln im kleinen Hausriff sehen wir Muränen, Feuerfische und 2 orange-blaue Nudibranches, bisher das beste Schnorchelerlebnis in den Philippinen. Die Auswahl an guten Restaurants oder Cafés ist auch im Osten eher dürftig, auch das vorhandene Streetfood überzeugt uns nicht zu 100%. Mit dem Auto wollen wir eine, in den Bergen gelegene, Schokoladenfarm besuchen. Doch obwohl wir noch einem Arbeiter eben dieser Farm (erkennbar am Shirt) begegnen ist die Farm selbst nicht auffindbar. Mit Google Maps ausgestattet beschliessen wir statt dessen eine kalte Quelle zu besuchen und bleiben prompt im nirgendwo mit unserem Auto im Schlamm stecken. Glücklicherweise kommen uns 5 nette Filipinos zur Hilfe.

Mit vereinten Kräften schaffen wir es das Auto aus dem Schlamm zu stossen und erhalten (etwas spät) die Info, dass diese Strasse nicht befahrbar sei. Google weiss eben doch auch nicht alles. Da uns nach der Anstrengung der Hunger packt wollen wir zurück um einen Restauranttip aus zu probieren. Dummerweise stecken wir nach 20 Minuten wieder mit unserem Auto fest, diesmal ist es allerdings kein Schlamm sondern 4 riesige Berge Kies, die eben angeliefert wurden um die Strasse zu reparieren. Die Strasse sei gesperrt ca. bis 22.00 Uhr, so die Info, die wir erhalten. Die Alternative Route stellt sich aber schon nach 5 Minuten Fahrzeit als ungeeignet heraus, da wir hier den Schlamm über grosse Distanzen schon sehen können. Also fahren wir zurück und lassen uns den Weg freischaufeln. Drei Filipinos opfern ihre Mittagszeit, damit wir zurück an die Küste können, unsere Mithilfe beim Schaufeln ist nicht erwünscht – ein Szenario, dass in der Schweiz wohl nie so statt finden würde.

Endlich zurück in der Villa haken wir den Tag als Reinfall ab, können aber schon bald darüber lachen. Dafür lassen wir den nächsten Tag ruhig angehen und besuchen mit einem Tageseintritt eines der Hotels mit Pool. Wir fahren in die Bohol Chocolate Farm, wo wir alles über den Anbau von Kakao Pflanzen und die Herstellung von bester Schokolade lernen und in die Chocholate Hills (die nichts mit Schokolade zu tun haben). Nach einer Woche im Osten geht’s zurück nach Tagbilaran, wo die Rückgabe des Mietwagens sogar noch einfacher ist als die Übernahme. Wir werden sogar noch in unser Hotel chauffiert. Eine Nacht verbringen wir noch in der Stadt um am frühen Morgen dann mit der Fähre nach Cebu zu fahren.

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Siargao wir verbringen eine Woche in der wohl schönsten Unterkunft der ganzen Insel

Die Fähre nach Cebu legt mit einer Weihnachts-Einlage des Personals ab, lustig aber morgens um 6.00 Uhr dann doch noch etwas früh für so viel Showeinlage. In Cebu City angekommen nehmen wir uns ein Taxi zum Flughafen um von dort nach Siargao zu fliegen, wo wir die letzten 3 Wochen unserer Zeit in den Philippinen verbringen. Die ersten Tage kurz vor Weihnachten sind wir in einem kleinen Hotel ausserhalb von General Luna, wo wir uns die ersten Surfstunden gönnen sowie eine danach bitter benötigte Massage. Nach 5 Nächten geht’s direkt ins Getümmel von General Luna, einem Ort, der von Touristen praktisch überquellt. Während wir die letzten 5 Monate praktisch keine Landsleute getroffen haben, wimmelt es hier von Schweizern. Das Angebot an schönen Unterkünften, tollen Boutiquen und leckeren Restaurants & Cafés ist aber auch entsprechend gross. Um mobil zu sein haben wir uns eines von 3 Tuk-Tuks bei Lola’s Rentals gemietet.

Das Fahren damit ist im ersten Moment gar nicht so einfach, aber durchaus machbar und nach ein paar Stunden haben wir den Dreh raus und flitzen damit durch Siargao. Nebst Surfen, was hier eine richtig grosse Rolle spielt und saumässig viel Spass macht, gibt es viele andere Dinge zu tun und zu entdecken: die Beto-Cold Springs, den Wake Park, die Mangroven Wälder und vieles mehr. Nach Neujahr fahren wir aus dem belebten General Luna raus in Richtung Norden. Wir verbringen eine Woche in der wohl schönsten Unterkunft der ganzen Insel. Ein kleines Paradies mitten in der Natur mit wunderbar blühendem Garten, einem Aussenbad mit riesiger Dusche, ein modernes Haus mit herrlichen Sitzgelegenheiten um ein Buch zu lesen und tausende Sterne und Glühwürmchen, die einem die Nacht erhellen. Auch im Norden ist Surfen ein riesen Thema hier kommt man aber auch als Strandgänger voll auf seine Kosten.

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Unser Fazit zu unserer Familienreise auf den Philippinen

Die Filippinos sind äusserst herzliche Menschen die stehts ein Lächeln auf den Lippen haben. Hilfsbereit, neugierig und freundlich, man fühlt sich hier sofort willkommen. Dennoch muss ich gestehen, dass der Funken bei mir nicht zu 100% übergesprungen ist. Wir haben uns bewusst gegen einige der touristischen Highlights wie El Nido, Palawan, etc. entschieden um unseren ökologischen Fussabdruck mit unnötiger Fliegerei nicht noch zu vergrössern, dadurch mögen uns vielleicht ein paar Highlights entgangen sein. Nichts desto trotz hat uns vor allem die Zeit in Siargao sehr abgeholt. Mit coolen Surflehrern in ein paar der bestens Surf-Spots (Daku hat nun einen speziellen Platz in meinem Surferherz), einer grossen Vielfalt an Kulinarischen Köstlichkeiten und einer umwerfenden Natur konnte dieser Teil der Philippinen definitiv überzeugen. Vorab habe ich vor allem von Taucher nur Gutes gehört über de Philippinen, da wir – trotz OWD – nicht tauchen können wir diesbezüglich nichts sagen, können uns aber durchaus vorstellen das Tauchen oder ein Besuch der bekannten Spots zu einem unvergesslichen Reiseerlebnis führt. Wir haben unsere Zeit in den Philippinen sehr genossen, um in unsere Top-Liste zu gelangen reicht es aber nicht.

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